Annährung an die Gewissheit

Ein kleiner Ausschnitt unseres Aufeinanderstreffens:

 

3. Juni 2015  M → L

 

lieber bruno

 

ich habe deine adresse von … erhalten und freute mich sehr das, was du machst zu hören.

 

es ist nicht ganz genau das, was ich selber machen will, aber es fasziniert mich ausserordentlich. dein zugang, deine haltung dem klang gegenüber, wunderbar! das scheinbare (offensichtliche) auseinandersetzen mit der struktur, dem material.

 

vielleicht könnten wir uns einmal treffen und uns gemeinsam auseinandersetzen – oder zusammensetzen – und dinge besprechen, die uns offensichtlich verbinden.

 

 

3. Juni 2015  L → M

 

der tiefe ton

 

lieber radu,

 

danke für dein schönes mail!

ich kenne deine musik von einer christina ascher cd und dachte, du lebst irgendwo frankfurt like.

 

gerne. lass uns sitzen und schwitzen:-)

 

auf bald

 

bruno

 

 

4. Juni  2015   M →L

 

sehr tiefer ton

 

lieber liberda-san

 

tja, die aufnahme mit christina ist allerdings schon ziemlich alt, das heisst, meine musikalische sprache hat sich inzwischen sehr verändert. macht aber nichts.

 

4. Juni  2015    L → M

 

christina ist seit jahr und tag in neu jork.

und ich samt kind und frau am grundlsee fürs lange wochenende.

aber dann schlucken wir eine melange bei gregors würd ich vorschlagen.

die musikalische sprache muss sich doch ändern, oder? zumindest das wo-kabular. wir werden doch älter und weiser. oder nur weisser...

b

 

4. Juni  2015   M →L

richtig tiaf

das mit dem älter werden ist so ne sache: ich dachte, dass man toleranter wird, dabei bin ich nur bequemer geworden

 

und weiss

3. September 2015

irgendwie hamma uns sich verloren…

:-(

sitz im moment im kloster und sinnier…

 

lg

bruno

18. Dezember 2016

kein wunder, wenn du auch dauernd im kloster sitzt und herumsinnierst...

 aber ich kann warten, bis du wieder entlassen wirst.

 

lg und bis dann

 

radu

 

 

23. März 17   M → L

 

lieber bruno

es war sehr schön, dich zu sehen und zu hören...

ich habe deinen/euren abend sehr genossen, war sehr interessant für mich,
eigentlich mehr fragen bestätigt als aufgeworfen, aber das macht nichts

sehr liebe grüsse

radu

 

 

23. März 17   L → M

 

Subcontra irgendwas…

 

Ha bin ich froh, dass du dich rührst. ich dachte schon, du bist gestorben in
dieser unerträglichen geräuschkulisse.

für mich war das, trotz aller widrigen umstände, ein wendepunkt, weil mir
was neues gelungen ist. jetzt glaube ich, meine module wirklich „im griff“
zu haben und einen strukturierten und zugleich polyphonen ablauf hinlegen zu
können! aber du hast natürlich recht. man darf nur im brahmssaal spielen,
wenn der nur nicht so schrecklich ausschauen würde.

mit den zwei youngsters ist genau das geschehen, wovor ich mich gefürchtet
habe, wobei die geigerin zumindest eine begabte musikerin zu sein scheint.
aber soviel beliebigkeit und prätentiöses auftreten ist für mich eigentlich
nur mehr schwer zu ertragen. ich bewundere meinen lehrer RHR, der immer in
alle konzerte gelaufen ist. wahrscheinlich hatte er darum auch den wachen
geist, den er hatte.

komm doch mal zum abendessen zu uns. meine frau kocht wunderbar und ich bin
neugierig, sehr, auf deine bestätigten fragen!!

 

27. März 17   M → L

wenn du den 2. april meinst, so wie ich das meine, dann ja ganz gerne

 

radu

 

27. März 17  L → M

immer sind wir einer meinung:-)

 

gut.

 

27. März 17   M → L

supa 

 

dann musst du mir noch sagen wo und wann und schon bin ich geschnäuzt und gestriegelt dort

 (wienzeile nähe kettenbrückengasse ist ein bisschen zu vage)

 

 

27. März 17  L → M

gehe immer dem besten küchengeruch nach:-)

 kommst du allein, zu zweit zu dritt?

 

27. März 17   M → L

das ist jetzt eine fangfrage: wenn ich arrogant wäre – und das bin ich bei weitem – könnte ich sagen, dann geh ich nicht aus dem haus. aber das sage ich auf keinen fall...

 

7 halbe 8 ist prima.

ich komme allein oder zu neunt (noch nicht entschieden)

13. April 2017   L → M

 

die töne

 

mlnf*,

ein streichquartett, das klingt wie eine posaune (oder besser zwei) hab ich noch nie gehört!

nariyamu - was ich trotz googln noch immer nicht weiss, was das heissen könnte, aber das hilft ja nur der phantaisie!

 

*mein lieber neuer freund

 

 

13. April 2017   M → L

 

die töne

 

mlnf

 

vielen dank für das wirklich schöne mailchen. "hab ich noch nie gehört"

klingt natürlich immer wieder schön in meinen ohren...

 

nariyamu = aufhören zu klingen, ausklingen etc. wobei die kanjis sehr schön

sind: nari oder naru wird dargestellt durch einen mund und einen vogel, dh

töne - laute - von sich geben, zwitschern, aber auch musik machen. und yamu

oder yameru heisst aufhören, stehen bleiben, einhalten etc

 

deshalb verwende ich so gerne japanische ausdrücke, erstens weil sie niemand

versteht (ausser den japanern, aber die versteh ich nicht) und dann wie du

ganz richtig sagst, sie auch der phantasie helfen.

 

 

14. April 2017   L → M

 

weitere schöne leere worte

 

ausserdem war natürlich webern gegen dich ein sozialromantiker.

ich dachte kürzer und kompakter als diese berühmten 14 sekunden cellostücke (wo sind die eigentlich) kann man nicht werden. falsch. das hast du glorios in 74 minuten widersprüchlichst belegt.

was soll ich denn jetzt noch komponieren? ist eh schon schwierig genug, du hund.

über die ausdifferenzierung der welt.

 

1. Juni 17   L → M

 

das wie und das warum

 

mein lieber freund im fernen meidling, jetzt halt ich morgen eine vorlesung zum ersten und wahrscheinlich zum letzten mal und hab mich hinreissen lassen, noch ein handout zu schreiben, das mir zum piccolo manifesto ausgerutscht ist [Der Unterschied – Über live-Elektronik]. ich wäre sehr neugierig, was du aus deiner warte, die ja etwas oben steht, davon hältst - nein: denkst.

mit dem allerbesten vom immer allerbesten (ohne bleikugeln)

b.lib

 

5. Juni 17   M → L

linefre!

tut mir leid, dass ich aus dem fernen meidling erst so spät antworte, aber ich war so beschäftigt nichts zu tun!!

das interessante daran ist eigentlich, dass wir am vortag mit benjamin, meinem sohn, genau darüber diskutierten. über die revolutionäre perspektive des neuen elektronischen instrumentariums, wobei ich eher darauf aufmerksam machen wollte, dass die meisten leute trotz der neuen instrumente immer noch alte musik darauf produzieren und benjamin ganz richtig darauf geantwortet hat, ja, aber die möglichkeiten des neuen sind viel grösser als bisher.

so wie du eine gewisse haltung als "nur eine fortführung einer post-mahlerischen welt" beschreibst, habe ich das mit einer "nur fortführung der improvisierenden (free-jazzigen) welt" verglichen.

wir sind dann aber letztlich auch zu einem konsensus gelangt, dass das neue instrumentarium tatsächlich auch neue musikalische wege erlaubt zu gehen, so wie die elektrische gitarre am anfang ja auch nur eine "verstärkte" gitarre war und sich daraus erst im laufe der zeit eine völlig neue spielweise entwickeln konnte...

auf jeden fall finde ich dein manifesto sehr schön und anregend, hoffentlich bleibt es nicht bei der allerersten und somit letzten vorlesung! du hast so viel zu sagen und die welt braucht dich...

viele liebe bleifreie grüsse

radu m

 

 

21. August 17   L → M

 

mein lieber freund, grad les ich über so einen buben, dass er einer der wichtigsten komponisten heutzutag wär... tsss... haben die nix von dir gehört! du bist über eine grenze gegangen, die für mich verschlossen war. so ein hoher berg. wui!

das sind wohl die verpickten ohren der heutezeit

b.lib

 

21. August 17   M → L

lblib

die rede ist aber nicht vom economischen ernest hemingway, oder?

vielen dank für die schönen worte die mich, wie immer, sehr berühren...

ganz liebe grüsse

radu

 

2. november 17   M → L

Morgen in der

BIBLIOTHEK VON UNTEN
1010 Wien, Wipplingerstraße 23

Vortrag: Philipp Schmickl, Versuch über das Medium

Konzert: Radu Malfatti solo; Bassharmonika

http://www.bibliothek-vonunten.org/index.html

KOMMT!

 

 

4. November 17   L → M

 

wenn überhaupt dann tiefer ton

 

bibliothek der tausend wörter ohne sprache

oder ist es umgekehrt. was weiss man schon.
jedenfalls hab ich deinen trick entdeckt. du spielst ja gar nicht, du gibst einfach ein statement ab!

alexander ist ganz begeistert von deiner musik

auf der bald
b

 

 

5. November 17   M → L

umgekehrt oder nicht, das spielt immer eine rolle.

ich bin sehr froh, dass du als erster diesen meinen trick entdeckt und dadurch entzaubert hast!

wo ein statement platz hat, soll es hin.

jetzt bin ich aber doch ein klein wenig überrascht. heisst sie tatsächlich alexander oder hast du dich absichtlich vertippt? 

ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich bisher immer ein wenig probleme hatte, den namen zu verstehen. mein gehirn hat mir immer die "richtige" variante gemailt. alexandra war immer die message, aber so sicher bin ich mir dann auch wieder nicht. und bei euch weiss man ja nie was wirklich gespielt wird.

nur ich weiss es

ha!

gaaanz liebe grüsse und das curry schaut schon über die schulter

radu

 

 

5. November 2017    L → M

 

übrigens sollten wir einen zyklus machen.

 

utopie und korrektur

anleitung und happiness

.

.

.

und wir spielen dann natürlich immer dasselbe fis in der unteren oktav aus der untersten schublade mit ein bissl delay

 

 

5. November 2017    M → L

 

dein vorschlaghammer ist wunderbar, machen wir. aber utopie und korrektur genügt schon.

dasselbe fis? was meinst du? gibt es ein anderes?

du bist mir aber auch ein schelm

 

 

5. November 2017    L → M

 

ich hatte mal eine ägyptische kollegin im cellounterricht. der herr professor hat gemeint, ihr h sei zu hoch. worauf sie ihn gefragt hat, welches h, ich hab 4 in meiner tonleiter.

soweit zum fis!

 

 

5. November 2017    M → L

 

herrlich! 4 h in meiner tonleiter. ganz prima

 

1. Mai 18   L → M

einstimmen

 

Zitat:

Der Psychologe Karl Lashley äußerte einmal provokativ, dass „keine Geistestätigkeit je bewusst ist“, womit er auf die Unzulänglichkeit der Verarbeitungsvorgänge aufmerksam machen wollte, von denen wir wissen, dass sie stattfinden müssen, wenn wir denken. Er gab ein Beispiel: Der Aufforderung einen Gedanken in daktylischen Hexametern zu denken, können diejenigen, die über dieses Versmaß Bescheid wissen, leicht nachkommen. Etwa: Wie denn in aller Welt konnte mir dieser Hexameter einfallen? Was wir machen, was in uns vorgeht, damit solch ein Gedanke entsteht, ist für uns etwas ganz und gar Untergründliches. Auf den ersten Blick könnte Lashleys Bemerkung das Ende des Bewusstseins als psychologischen Forschungsobjekts anzuzeigen scheinen; aber tatsächlich ist das genaue Gegenteil der Fall. Die Bemerkung lenkt unser Augenmerk unmissverständlich auf die Differenz zwischen all der unbewussten Datenverarbeitung – ohne die es fraglos keine bewusste Erfahrung geben könnte – und dem bewussten Gedanken selbst, der etwas unmittelbar Zugängliches ist. Zugänglich für was oder für wen? Die Feststellung, daß er irgendeinem Subsystem des Gehirns zugänglich ist, unterschiede ihn noch nicht von den unbewussten Tätigkeiten und Vorgängen, die ja auch verschiedene Subsystemen des Gehirns zugänglich sind. Wenn ein bestimmtes spezielles Subsystem so beschaffen ist, dass sein Verkehr mit dem übrigen System irgendwie dazu führt, dass es in der Welt eine weiteres Selbst gibt, ein weiteres Ding, dessen Sein ein „sein wie“ ist, dann ist das alles andere als selbstverständlich.

Zitat Ende

 

so sollten wir unsere subsysteme zusammenschalten können… oder besser: so funktioniert elektronischen musik zum unterschied von orchestermusik, wo lauter individuen sitzen, die gelernt haben, dass… und daher einen diktator brauchen, um den weg gewiesen zu bekommen.

ist eben viel mehr, als verantwortung dem interpreten zu übergeben, wie es von den kritikern der „frei“ notierten musik gern verkürzt gesehen wird. sondern wir erheben sie zu subsystemen, hoffend, dass spezielle subsysteme entstehen, die untereinander in kommunikation treten und ein weiteres selbst ergeben… so arbeite ich mit meiner grossen familie, den modulen.

 

 

2. Mai 18   M → L

lanf

ja, schöner text vom alten lashley.

aber was du mit dem cello meintest entgeht mir leider etwas das sinnhafte. warum einen "trick" anwenden? warum den wunderschönen klang verändern wollen? warum die dinge "interessanter" machen wollen, als sie es ohnehin schon sind?

eine "imitatio" wird es ohnehin nicht werden, denn dazu sind die klänge zu verschieden. und von der struktur her kann es sehr wohl einen einklang ergeben, der bewundernswert klingen wird. 

denkst du nicht auch so?

je weniger wir versuchen die dinge interessanter zu machen als sie es ohne unserem zutun sind, desto interessanter wird alles...

genau das hat etwas mit der unzulänglichkeit der verarbeitungsvorgänge zu tun.

in tiefer freundschaft

radu

 

9. Mai 18   L → M

 

lanf!

hab gestern nun tatsächlich das cello ausgepackt… ich kann kaum einen ton spielen. dann wechsle ich den bogen in die linke hand und zum schluss bin ich vor dem am boden liegenden instrument gekniet. weiss nicht, ob da was kontrollierbares entstehen kann. mal sehen.
hab mit johannes gesprochen. ich würde sehr gern mit dir in seinem wunderbaren raum musizieren. was hältst du davon?? die stadt wien gibt uns auch a geld dafür.

mit spannung erwarte ich deine rückantwort und lasse jetzt die taube los.
b

 

 

9. Mai 18  M → L

LANF

vor dem cello knien ist per se nicht schlecht, denke ich mal einfach so vor mich hin...

und ja klar, bei johannes im wunderbaren raum mit dir musizieren halte ich für eine ausnehmend gute idee. was immer du machen willst/wirst.

ich glaube nämlich, dass wir sowieso viel zusammen arbeiten können, sollten. das grundverständnis ist ja vorhanden, die details kommen später...

den tauben habe ich schon lange losgelassen, der wohnt jetzt bei mir

ganz liebe grüsse

ra

 

20. Mai 18   L → M

 

big band

wie wärs denn mit einer probe am do um 14h oder 14h30? die damen kommen so gegen 16h30 nach haus, bis dahin hätt ma a ruh.

b
b

 

20. Mai 18   M → L

aber schon sehr gerne

r

r

20. Mai 18  L → M

 

na dann stell ich mal das wiedergefundene mikrofon auf

 

 

20. Mai 18   M → L

tu das, aber nur wenn es gut aussieht

 

30. Mai 18    M →L

lanf

wie sieht es aus morgen? willst du doch noch, oder mal nicht mehr. letzes mal sagtest du, es hat keinen sinn, du siehst es nicht...

sollma oder sollma ned?

sehen tu ich dich immer gern, was immer auch sonst passiert

danf

 

4. Juni 18  L → M

 

Nachrichtenüberbringer

die schlechte zuerst: es wird nicht ein konzert nix sein. die zensur schlägt so unbarmhezig zu. ich zucke bei jedem glissando zusammen und erschrecke beim kleinsten mf, tritt mal ein forte auf, falle ich in ohnmacht. das kommt nicht gut bei einem konzert, dachte ich.

die gute: mir geht es viel besser:-)

mal sehen

b

 

4. Juni 18   M → L

ach bruno, mensch, du armer!

das ist das allerletzte was ich erreichen wollte, bitte glaub mir! du sollst doch nicht in ohnmacht fallen noch zusammenzucken noch sonst irgend etwas. du sollst dich freuen, dass du so bist wie du bist...

und das mit dem nix konzert tut mir auch leid, habe auch schon einiges an mundpropaganda getätigt. jetzt kann ich allen wieder absagen.

schmeiss doch alle informationen von mir auf einen haufen und dann beim fenster hinaus. dort gehören sie hin.

wir haben doch - so dachte ich - nur über gefallen und nichtgefallen gesprochen...

aber es freut mich sehr, dass es dir viel besser geht und hoffe doch sehr auf ein schnelles wiedersehen um missverständnisse auszubügeln und zu glätten.

in tiefer freundschaft

danf

 

4. Juni 18   L → M

 

es gibt doch keine missverständnisse…

und glätten tun nur alte damen ihre falten…

:-)

 

 

10. Juli 18   L → M

 

Partitur no partitur

 

sollte ich je ein buch über musik schreiben, ist das das vorwort:

 

„die noten im kopf wissen doch vielmehr, als die in der partitur“

und du lässt sie dann beim spielen aus deinem kopf purzeln?

„ja, aber nicht alle!“

 

Lila Lux, 5dreiviertel Jahre, nach einer Klavierstunde, bei der sie „Wasser“ , „Toxi“, „Blok“ und „Herz“ gespielt hat.

 

 

11. Juli 18   M → L

 

wunderbar!!!!!!

 

 

24. juli 18   L → M

 

Church and others

und wie war das jetzt in der kirche?
sorry I couldn’t be there. meine liebe tochter kam dazwischen. wann probieren wir was aus, um zu sehen, dass es doch (nicht) geht???
runter vom tennisplatz, hallo

b
b

 

 

24. Juli 18   M → L

 

jetzt konnte ich leider nicht früher antworten weil ich am tennisplatz war, hallo!

in der kirche war es sehr gut, viel besser als das letzte mal denn ich spielte solo mit nix. das heisst nicht gar nix, denn das wetter und der donner und der regen waren auch rege dabei.

die nickelsdorfer t-shirts hatten die aufschrift: "if the music is true, the form takes care of itself (cecil taylor)"

ich habe mitten in einem donner angefangen zu spielen und mit ihm aufgehört. danach kam klaus filip spontan zu mir und sagte: "if the weather is good, the form takes care of itself" für mich der spruch des festivals...

und ja, gerne wieder einmal zusammen sitzen und sehen, dass es (noch) nicht geht.

aber probieren sollten wir es schon...

elso, bis bald - am wochenenderling könnte ich zb gut und gern

lg

ra

 

7. August 2018   L → M

 

der gedankenlose gang

 

je mehr ich dich höre, desto mehr versteh und respektiere ich das deine. tendenz immens steigend. desto mehr kluft. aber eines tages wird es ein erdbeben geben, das alle spalten zuschüttet.und eben, ich red ja nicht mehr von musik, ist auch schwer dieser tage.

 

wie war es auf der insel? (oder bist du noch dort)

 

 

8. August 2018  M → L

 

mein lieber alter neurerer freund

bin heute mit viel verspätung angekommen von der insel, war wunderbar dort

ich versuche ja auch mich zu hören und leider muss ich sagen, dass es immer mehr königlich möglich ist.

freue mich schon sehr auf die spalten, die alles zuschütten werden, um licht ins geschehen zu schütten.

n'est-ce pas?

bis bald mein lieber, so hoffe ich

r

 

 

27. sept 18    L → M

 

jetzt wollte ich schon fragen, ob du eine oper schreibst oder eine neue freundin hast, weil du die täglichen proben der letzten woche gespritzt hast, aber dann höre ich die aufnahme von mittwoch: du bist entschuldigt….

:-(

b

 

 

27. September 18   M → L

und ich habe mir schon sorgen gemacht, warum du dich nicht mehr meldetest...

oper? neue freundin?

aber ich habe die aufnahme von mittwoch nicht gehört. sowas!

:-)

ra

1. november 18  L → M

 

der schirm der ton

 

willst du lieber freund nicht erlauben, die algorithmen die ich am akkordeon mit diego schramme(l)n liess, mit deiner subbassstimme zu erfreuen? da würd ich sogar das zimmer ein bissl zusammenräumen. die damen sind weg, wir hätten morgen freie bude

gute nacht

 

 

2. november 18  M → L

hallo lieber freund

ja, das mach ich aber gerne (jetzt habe ich vertippterweise "genre" geschrieben) um die drei herum?

musst nicht aufräumen, sieht danach sowieso wieder schrecklich aus

guten tag

 

2. november 18   M → L

lieber freund

muss ich unbedingt nochmal loswerden: bin immer noch ganz begeistert und angetan von unserem nachmittag! herrlich!!

und das wunderbare neue material, was ich so noch nie gehört hatte (mit mir)

freu mich schon riesig aufs nächste mal

r

 

2. November 18   L → M

 

lieber freund,

fand ich auch. ganz wunderbar!!

 

 

2. November 18   M → L

weisst du eigentlich wie sehr mich das freut, dass du das auch ganz wunderbar fandest?

eh sehr eh sehr eh sehr

 

13. November  18  L → M

 

der ferne klang

mein lieber quartettfreund, ich denke nach, ob ich „einfach“ die verschiedenen delayzeiten noch viel weiter ausdehne, allen voran die erstwiederholungen oder die eben manchmal zum verschwinden bringe und dadurch eine struktur entsteht, die viel „löchriger“ ist, kein aufwallen und abebben mehr macht (oder eben viel weniger) und dadurch so grosse verwirrung entsteht, dass sich daraus jeweils eine neue struktur durchs drüberspielen bildet.
mal sehen und hören

b

 

 

13. November 18  M → L

hallo du trio

"löchriger" klingt schon mal sehr gut!!

verwirrung auch

bin schon gespannt, wenn ich es sein darf

lgra

 

1. Dezember 18   L → M

A detailed treatment of the nature of the relationship between the excitation source and the evolution of the sound is absolutely critical if those engaged in an interactive, responsive sound system are to perceive a correlation between the quality of their input and the quality of the resulting sound(s).

 

du siehst, wir stehen wirklich nur am anfang (und schon ist‘s so schöön). du bist wahrscheinlich der erste musiker, dem ich ein tatsächlich interaktives system zutraue, wo dann am ende through recombination of the two of us was wunderbares, immer neues rauskommen wird. eine komponiermaschine, wenn du so willst, die von uns gefüttert, gelenkt, gehätschelt und frei gelassen wird ...

 

hab ich dir mein manifestlein über elektronische musik je gegeben?

 

jetzt steh endlich auf und antworte!

 

und diese komponiermaschine (obwohl ich diesen ausdruck wegen beider wörter nicht mag, eher ein tun-impuls oder spiel raum - wie sagt Lila Lux: ich hab heut noch gar nicht gespielt! wie wichtig das ist) wird uns erlauben, mir auch lauter und dichter zu werden, ohne dir im weg zu stehen und dich nicht zum notenzusammenkehren verpflichtet, bevor du wieder ruhig atmen kannst.

exciting times

 

b

b

 

 

1. Dezember 18     M → L

lieber orchesterfreund

ich bin ja schon längst aufgestanden und alle deine schlaflosen mails sorgfältig durchgelesen. allein: die antwort lässt noch ein bisschen auf sich warten, denn ich bin eifrig dabei sie zu konstruieren um sie sofort darauf wieder zu dekonstruieren...

exiting times indeed!

du hörst bald wieder von mir

lgra

 

1. Dezember 18   L → M

 

was denkst du über meinen freund Jeffrey. ja was wohl...

KISS2016: Between the Words, for Wacom tablet & Kyma, Jeffrey Stolet https://vimeo.com/193205022

 

b

b

 

 

1. Dezember 18   M → L

ich kann dir gerne sagen, was ich darüber denke. aber was denkst du, dass ich denke?

 

1. Dezember 18    L → M

 

bist du bei den jesuiten in die schule gegangen?

 

 

1. Dezember 18   M → L

nööö, sie bei mir

 

1. Dezember 18   L → M

 

why is it that nearly all our metaphors for thinking about the future or reflecting on the past are visual; why are there visionaries but no auditionaries — because experimental composers predict the future of music by composing it! (Carla Scaletti)

 

 

1. Dezember 18   M → L

liebe freunde,

ich versuche ein bisschen meine gedanken zum gesagten (geschriebenen) zu ordnen und zu reflektieren...

zuerst einmal denke ich, dass das auge mehr informationen an das gehirn leiten kann, als jedes andere sinnesorgan, weshalb es auch in jeder mir bekannten sprache heisst: "ich sehe" "i see", "je vois"... um ein verstehen zu beschreiben. (ich habe einige wissenschaftliche untersuchungen gelesen, die dies scheinbar bestätigen)

dann denke ich, dass kein einziger "experimental composer" die zukunft vorhersagen kann, weil das per se nicht möglich ist. ich kann wohl versuchen die gegenwart zu beschreiben aber niemals die zukunft vorherzusagen. kann ich wohl versuchen, aber mit extrem geringen trefferquoten.

das meine ich auch, wenn ich sage, dass "niemand seiner zeit voraus ist - aber millionen ihr hinterherhinken"

|What’s different about electronic and computer music is not the technology; it’s the radical notion that one can make music directly with sound, without the intermediary of notation or instruments.

dear carla, was glaubst du, was ich seit dekaden mache? ich mache musik direkt mit klang, ohne dazwischengeschalteter (oder zuhilfenahme von) notation. die definition von "instrument" ist mir allerdings nicht ganz klar, in meinen augen wäre ein laptop, ein komputer oder das blatt mit tisch von jeffrey genau so ein instrument wie die laute (oder leise). man sagt eben nicht musikinstrument dazu, aber ein instrument ist es per definitionem auf jeden fall, wie ein hammer oder eine säge auch.

das hat aber auch mit der beobachtung zu tun, die besagt, dass wir ein instrument mit dem wir äusserst vertaut sind, lieber zur hand nehmen als ein anderes, welches für eine bewältigung einer bestimmten arbeit besser geeignet wäre als das unsere. in anderen worten, dass wir eher mit einer geige versuchen elektronische klänge (musik) zu machen anstatt eines elektronischen instrumentes.

|Finally, it’s useful to keep in mind what Alan Kay calls the difference between something that’s “news” and something that’s “new” (see youtu.be/ FvmTSpJU-Xc). News is always incremental. News assumes you have a pretty good idea of the current state of the world, and it gives you a daily update. As such, news items have to be short and based on familiar information that can be quickly understood.Something truly new, on the other hand, is not quickly or easily understood. It may require that you learn a body of new information or new ways of thinking, which can be time-consuming and sometimes even painful.

ein wunderbarer versuch zur sichtbarmachung des unterschiedes zwischen "neuigkeiten" und "neuem"!

neuigkeiten müssen kurz sein und auf bekanntem terrain sich bewegen, welches leicht zu verstehen ist.

das wirklich neue - nicht nur in der musik - verlangt eine auseinandersetzung, ein er-lernen eines wissens- (aber auch emotional) körpers, was lange dauern kann und manchmal schmerzlich ist. das betrifft aber meines erachtens mehr den "konsumenten" als den betreffenden "ausübenden". der schaffende setzt sich ja gewissermassen mit der materie täglich über jahre oder dekaden auseinander und kann schon deswegen "seiner zeit unmöglich voraus sein". die lernenden, die dann mit dem neuen konfrontiert werden, müssen dann den wissenskörper und die dazugehörigen neuen wege des denkens sich mühsam erarbeiten. (die hinken eben hinterher)

alles was ich bisher gesagt habe stimmt überhaupt nicht, aber es ist meine meinung und meine (manchmal) tiefe übezeugung...

in liebe and admiration

radu

 

1. Dezember 18   M → L

 

lieber orchesterfreund, du bist ein bisserl streng. die diskussion hatten wir schon einmal zwischen auge und ohr. dass das ohr das zehntausendfacher feinere organ ist, hat uns auch die wissenschaft bewiesen, das hilft uns aber nicht weiter. und natürlich kann niemand die zukunft voraussagen (aber wie war das nochmals, es gibtgar keine zeit? [was ich schon für sehrviel wahrscheinlicher halte, aber da wissen diebuddhisten sehr viel mehr]). ganz deiner meinung mit der zeit voraus. wenige leben IN der zeit, die meisten hecheln hilflos mit unendlich grauslich behübschten plagiaten hinterher. was carla meint,und ich glaube sie so interpretieren zu dürfen, weil ich sie seit fast dreißigjahren kenne (mammamia, wie die zeitvergeht, die es gar nicht gibt), ist ihre neugier und ihr glück, offensichtlich bei vielen technischen entwicklungen von grund auf dabeigewesen zu sein und derart einen impetus oder einen drive entwickelt zu haben, der sie immer in die nebel der zukunft schauen lässt und beim vorwärtsgehen die leisesten umrisse erkennt, evaluiert benutzt, formt etc... das beispiel im text über die wahrscheinlich erste sonification passiert immerhin in den 50er jahren und die wissenschaft benutzt das irgendwie seit halt dreissig jahren. so retrospekt war das eine vorhersage, die natürlich keine war in unserem gemeinsaen verständnis, nur waren halt einige kerle ziemlich klug und sensibel. und das ist der punkt. die kunst weiss mehr als die wissenschaft, ist meine tiefste überzeugung, weil wir ohne beweise agieren können und somit ein viel breiterws (und ungefährlicheres?) betätigungsfeld haben. jetzt weiss ich nicht, ob ich schon alles gesagt habe, was ich wollte, aber das ding mit dem sound brennt mir schrecklich unter den nägeln: esgibt einen ausspruch von boulez, den ich (leider, ich kann ihn sonst wenig leiden) zitieren muss und er hat recht: mit dem aufkommen der elektronischen musikinstrumente oder besser: geräte war es in der tat zumerstenmalmöglich, dass komponistinnen die volle verfügungsgewalt über ihr material erlangten.nicht bloss tonhöhe, dynamik und die auf mechanisch erzeugten klangfarben sondern eben über das gesamte spektrum. diese „allmacht“ hat es vorher nicht gegeben. und leute wie carla, die eben ernsthaft mit dieser möglichkeit gearbeitet haben, mussten schnell feststellen, wie im genetischen code von klang die dinge liegen: fuck tonhöhe und dynamik, es ist ein sehr komplexes zusammenspiel von vorhandensein unterschiedlicher teiltöne, die uns ermöglichen, klangfrei zu gestalten. dass dieser prozess ein höchst delikater, von den wenigsten beherrschter ist, ist eine andere sache undwird durch max matthews ausspruch nur allzu klug verdeutlicht: wir wissen, dass wir jeden klang mittels null und eins darstellen können. nur - fügt der vater der computermusik weise hinzu - das problem ist, das wahrscheinlich 99 prozent (ich weiß nicht, ob ich ihn da richtig zitiere, es könnten auch nur 95 sein, ich lieg ja hier im fasten bett und pflege meine leber mit einem warmen thermophon) für unser ohr und unser musikalisches empfinden( was das wieder sei) unerträglich, ja sogar gesundheitszerstörend sein können). niemandweiß, wie es den zwei armen chinesischen mädchen in 20 jahren oder früher oder später gehen wird. die DNA birgt soviele geheimnisse, vor allem wie sich herausstellt, in der interaktion zwischen den einzelnen bausteinen. und da sind wir wieder: wir können in der kunst gefahrlos agieren, probieren (indem man die lautsprecher eben auf minimal stellt, wenn ein neuer algorithmus erklingt, um sich und lautsprecher zu schützen im falle das. das ist es ja auch, was mich an unseren unwissenden sonne so reizt. da öffnet sich für mich eine neue türe, weil ich dir vertraue... anvertraue. die kapsel besteigen wir zu zweit.

und diesen erweiterten horizont meint sie damit. ob der gut oder schlecht ist, sei dahingestellt. aber das theoretische match ist eröffnet, über den noch so virtuosen posaunenklang hinaus völlig frei gestalten zu können.

 

wir wissen, wovon wir sprechen und warum ich den computer mit all diesen möglichkeiten seit ein paar jahren eben nichtmehr benütze, obzwar du mich jetzt zurück in die bits und bytes schlägst, sondern mich mit dem vergleichsweise armen analogmodulen ergötze. höhepunkt dieser neuen einfachheit (und da hab ich viel von dir gelernt, du schuft) war ja mein letztes konzert. so marginalisiert habeich noch gearbeitet. dass in der kunst der radiergummi viel wichtiger ist als alle uns in der letzten generation geschenkten möglichkeiten, da treffen wir uns ja glorios wieder!

 

eins noch: dass ein laptop ein instrument sei wie hammer oder säge auch, da bin ich entschieden dagegen. jeder verrostete hammer erfordert mehr sensibilität und momentane wachheit und reaktion als ein laptop, sorry. aber das ist eine andere diskussion oder eben nicht.

 

so, jetzt drehe ich mich auf die seite und hole etwas schlaf der vergangenen nacht nach.

 

in vorfreude auf uns!

b.

 

 

1. Dezember 18   M → L

was heisst da ein "bisserl"? willst du mich beleidigen?

aber vielen dank für deine ausführliche darlegungen. ich bin ohnehin zu weit über 10% mit dir einverstanden. (mal ehrlich, es sind weit über 90%)

es gibt nur ein oder zwei punkte, die ich nicht ganz mit dir teile, aber das ist ja das schöne an einem ehepaar...

geniess deinen erholungsschlaf und sag deiner leber alles gute von mir, sie soll sich gefälligst etwas zusammen nehmen

bis bald, mein lieber freund

ra

 

1. Dezember 18   L → M

 

sorry du reibebaum, doch noch eins

. . .the art work . . . is no longer a static object or a pre-defined multiple choice interaction but has become a process-like living system. (Sommere, C. & Mignonneau, L.:1998:158)

 

eben, das wär mein ehrgeiz, maschinell hinzukommen

 

schluss

 

2. Dezember 18    M → L

gute nacht, lieber b

 

9. Dezember 18   L → M

 

Analog

mein lieber orchesterkollege, jetzt hatte ich überraschenderweise 2 stunden für mich heut nachmittag und hab einen ganz anderen pfad begonnen. jessas und jetzt bin ich ganz woanders gelandet. vielleicht können wir das am do ja ausprobieren und du spucksts es entweder aus oder nicht

bonne nuit

b

 

 

16. Dezember 18   L → M

 

Terminieren zum probieren

 

mein liebster lieblingsmusiker,

irgendwie hab ich verschwitzt, was wir für nächste woche ausgemacht haben. haben wir doch. 11h, aber welcher tag?

 

ich such grad einen boygroup namen für uns: die metaphoniker, aber wie funktioniert das auf englisch?

 

und: ja noch viele gedanken.

best

b

 

 

16. Dezember 18  M → L

selber liebster lieblingsmusiker, du!

haben wir mittwoch gesagt? weil donnerstag geht nicht ganz so gut diese woche (was dazwischen gekommen) aber um 11h ginge schon auch am do.

auf english ist es sowas wie "metafuckers" oder so ähnlich, denke ich.

oh ja, viele gedanken, weil heute bin ich 75 geworden, hihihi

ganz liebe grüsse

radu

nothing box.jpg

Um unser Musizieren auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, haben wir (Radu Malfatti und ich) nach mehr als zwei Jahren des gegenseitigen Spur aufnehmens und dann vier Monaten Probezeit die für unser Zusammenspiel best geeigneten Instrumente gefunden: Bassharmonika, Mikrofon, Lyra-8. Letztere ist ein von Vlad Kreimer, einem russischen Klangkünstler und Radioingenieur konstruiertes Instrument, das er ‚organismic synthesizer’ nennt und über dessen romantic engineering sein Erfinder unter anderem schreibt – und man kann es eins zu eins auf unsere Musik umlegen:

 

„Ich habe viele Jahre damit verbracht, Hirn und nervöses System von lebenden Organismen zu erforschen. Ein Sachverhalt, den ich verstehen wollte, war der Umstand, wie und warum ein Nervensystem aus einigen hundert Neuronen in den kleinsten Insekten und simpelsten Tieren imstande ist, so komplexe und facettenreiche Handlungsmuster zu produzieren, wie sie unsere leistungsfähigsten Computer bis heute nicht fertigbringen. Eine der Antworten, die ich gefunden habe, ist, dass das Hirn ein analoges System mit einer grossen Zahl von nicht linearen, chaotischen Prozessen ist. Sowohl im Hirn als auch im gesamte Bioorganismus existieren viele Rückkoppelungen  positiver und negativer Assoziationen. Wie eine sehr komplexe Schaukel sucht das System durch dauernde Bewegung ins Gleichgewicht zu kommen. Genau dieses balancieren am Rande von Chaos in einem höchst nicht linearen Zustand ermöglicht es dem Organismus und dem Hirn als Teil davon, auf die äussere Welt so effektiv und dynamisch zu reagieren und zugleich eine eigene innere Welt zu kreieren.

Ich entschied, diese Konzepte auf den Bau von Synthesizern anzuwenden.

LYRA ist eine Struktur, die auf feinste Berührung reagiert. Eher ein bizzares Tier, das sich unter den Fingern dreht und windet, als ein präzis kontrollierbarer Mechanismus.

LYRA war auch in hohem Masse vom gründlichen Studium der indischen Ragas inspiriert, wo die Kunst, den mentalen und emotionalen Zustand zu meistern, essentiell ist. Es hat sich die Idee herauskristallisiert, ein Instrument zu kreieren, dessen Klangstrukturen und allgemeines Verhalten die Spieler einladen, in einen tieferen Zustand der Wahrnehmung und Bewusstheit zu kommen, den Zuhörer dabei mitnehmen und einen großzügigen Raum für Versenkung schaffen.“